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Sprache Deutsch: Einleitung von 2004

 
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         Die Themata dieser Seiten sind die Stellung des Deutschen nach, was gruppenphantasmatisch zumeist als "außen" vs. "innen" gefaßt wird (am prominentesten vielleicht in der Dichotomie von Tamil puṯam vs. akam). Wir sind der Ansicht, daß die Humboldt'sche Idee von Sprachen als Organismen mit einer eigenen, von den Sprechern unabhängigen Existenz1, derselben Spaltung entstammt wie die von Bion beschriebene Identifikation der Gruppe (sei dies eine Sprachgemeinschaft, ein Volk oder ein Nationalstaat) mit dem Körper der Mutter.

Vor diesem Hintergrund können wir auch einerseits Lacan's Diktum verstehen, daß die Sprache Bewußtes und Unbewußtes konstituiert, indem es beide trennt und zugleich vereint hält, insofern das Unbewußte nicht aus der Sprache gedrängt wird so wie es auch — vordergründig — aus dem Bewußten gedrängt wird, sondern wie eine Sprache strukturiert ist (Lacan 1973: 23, Lacan 1979: 20) und wie ein Diskurs artikuliert (Lacan 1977: 193) wird. Andererseits Linguistische Relativitätstheorien (wie die "Sapir-Whorf-Hypothese") als Gruppenphantasien analysieren2.

 

         Literatur:

Amati-Mehler, Jacqueline / Simona Argentieri / Jorge Canestri / Maya Garboua (1997): La Babel de l'inconscient: langue maternelle, langues étrangères et psychanalyse. (Fil rouge) Paris: PUF

Bödeker, Heike (2001): Μέθεξις im Algischen. Sprache & Sprachen 25/26: 3-27

Chemama, Roland & Bernard Vandermersch (²1998): Dictionnaire de la psychanalyse. (Les Referents) Paris: Larousse

DeMause, Loyd (1982): Foundations of Psychohistory. New York, NY: Creative Books. Online version @ FOUNDATIONS OF PSYCHOHISTORY,

Lacan, Jacques (1957): L'instance de la lettre de l'inconscient ou la raison depuis Freud. La Psychanalyse III, Paris: PUF, 47-81

---- (1966): Subversion du sujet et dialectique du désir. Écrits. Paris: Seuil

---- (1973): Le Séminaire, XI: Les quatre concepts fondamentaux de la psychanalyse. Paris: Seuil

---- (1977): Écrits: A Selection. London: Tavistock

---- (1979): The Four Fundamental Concepts of Psychoanalysis. Harmondsworth: Penguin

Lazard, Gilbert (1992): L'actance. (Linguistique nouvelle) Paris: PUF

Morel, Geneviève (2000): Ambiguïtés sexuelles: Sexuation et psychose. (Collection Psychanalyse) Paris: Ed. Anthropos / Economica

Widmer, Peter (²1997): Subversion des Begehrens: Eine Einführung in Jacques Lacans Werk. Wien: Turia & Kant

Anm.:

1 Dies gilt auch für den seitens von Hermeneutikern vorgebrachten Einwand, Texte seien etwas niedergelegtes, der demselben Muster folgt wie es gäbe etwa ökonomische oder politische Sachzwänge, also verwirft, daß diese etwas gemachtes sind, und so als strukturell psychotisch Imagination, Symbolisches und Realität kollabiert.

2 Dies hat auch weitreichende Implikationen für die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft, da sie konsequenterweise eine psychohistorische Komponente in Sprachwandelmodelle mit einbeziehen müßte.

Last Update: 19.05.18

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