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Wer über
das "eigene" nichts Nettes sagt, vor allem im Vergleich zu
"Anderem", gilt rasch als Nestbeschmutzer. Dennoch stehe hier am bitteren Anfang
die wahrhaftige Erkenntnis, daß es das Deutsche — zumindest bislang — weder zur
Sprache der Götter (Sanskrit: devabhāṣā), der Engel (Arabisch: luġat
al-malāʔik) noch der katholischen Kirche (Latein) gebracht hat, und was die Dichter
und Denker angeht, so lohnt es sich immer noch, Sophokles und Plato im griechischen
Original zu lesen und darüber getrost zu vergessen, zum literarischen Quartett den
Fernseher anzuschalten, denn ehe sich Herr Reich-Ranitzki mit Frau Löfflers Haarnadel die
Augen ausstechen wird... Aber in der
kapitalistischen Ära ist es nur konsequent, daß es auch einen Markt für Sprachen gibt,
und wenn der so frei ist, die Freiheitsbedürfnisse so mancher Sprecher zu beschneiden,
dann ziehen schnell bedrohlich düstere Wolken eines Wirtschaftskrieges am Horizont auf...
Wahrscheinlich redet man auch deshalb lieber noch vom Tiefencode (deep structure)
der Frühphase des Generativismus statt vom späteren hochklassischen government and
binding1, das doch arge Anklänge an
das sadomasochistische "Spiel" von "Dominanz und Unterwerfung"
aufkommen läßt... Die Anglophonen müssen nicht mehr Bomber oder Care-Pakete schicken,
heutzutage sind es Computer... Und natürlich bliebe da die Taktik der verbrannten Erde
bzw. der verschmorten Chips, sorry... äh, Verzeihung... der angebrannten Schnitzel...
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κυβερνητική — horrobile dictu "Navigation"!!) |
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Ceterum censeo, daß wir Globalisierung wie
Rückkehr zu den Wurzeln doch am besten unter einen Hut bekämen, wenn wir das
Proto-Indogermanische wiederbelebten... Allerdings stünden wir da genauso vor dem
Problem, daß wir uns wohl nur allzu rasch zu Wortbildungen (Kompositionen wie
Derivationen2) wie Flexionen3 ergingen, die ursprünglich nicht belegt waren. |
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Literatur: Zimmer, Dieter E. (1998): Deutsch und anders. Reinbeck: Rowohlt
Anm.:
1
Teutonisierungsversuche wie "Rektion und Bindung" haben sich bezeichnenderweise
nie durchsetzen können
2 etwa Wellness
(well-being hätte vielleicht zu sehr nach Zum Wohlsein! geklungen), Handy
(was eben nicht unbedingt ein praktisches Telefon sein muß...) etc., worin sich
allerdings doch noch etwas mehr Kompetenz zeigt als in selbst elitären
schriftsprachlichen Traditionen, wenn z.B. sumerische Ordinalzahlen (DUB 1.KAM "erste
Tafel") von hethitischen Schreibern als Kardinalzahlen mißbraucht wurden (UD 7.KAM
"sieben Tage lang"). Oder wenn im Osmanischen, wenn auch als manierierter Stil
geltend, von Farsi serbest "frei" ebenso wie von Türkisch otlak
"Weide" modo arabico serbestiyet "Freiheit" und otlakiye
"Weidesteuer" gebildet werden konnte. Da Kompetenz in der hethitischen
Schriftsprache eben auch Kompetenz im Sumerischen und Akkadischen, Kompetenz im
Osmanischen (i.Ggs. [!!] zum Türkischen) auch Kompetenz im Arabischen und Farsi mit
einschloß, kann man hier allerdings konstatieren, daß Fehler, Stilbrüche etc. eindeutig
zum einen verstehbar, zum anderen stilistisch bewertbar waren. Andererseits, die
heutzutage so oft beschworene Allgemeinverständlichkeit scheint eher eine Chimäre, die
aus politischer Korrektheit bejagt wird...
3 etwa ein
hybrides Imperfekt gemailed neben regulär flektiertem gemailt. Immerhin
geht das Deutsche hier allerdings noch nicht so weit wie das Osmanische, wo es zwar als
schlechter Stil galt, aber dennoch bisweilen auch türkische Wörter arabisch (gelišāt
"Umstände", regulärer Plural auf -āt von geliš) oder persisch
(donanma-i hümāyūn "Reichsflotte" mit izafet-Konstruktion)
flektiert werden. |
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